JAJAJA Hamburg lädt ein: Karl Doppelfeld, Bilder und Texte aus seinem Werdegang

die luft friert, der hund reibt sich den rücken
Junkie mit Jordans an den Füßen, Tagelöhner mit Schriftzug "broke" auf dem Cap. Junkie schnorrt Tagelöhner an, der verweigert die Zahlung, nimmt einen Schluck Monster aus der Dose. Junkie nimmts mit Fassung (oder Gleichmut): Rom im Jahr dreizehn nach der großen Verrüttung. Flirrende Ruinen, Gespräche über die Kreuzung hinweg, Klebstoff-Kids und 30 Ameisen – nicht 10.000, 30! Ein Kinderwagen bricht unter der Last vieler Chanel-Tüten, Cartier-Tüten und Tüten aus Platin zusammen. Im Bahnhofsviertel wird mit Gold und Heroin gehandelt, mit Internet, mit Sex. Unter der Last seiner Sonne über ihm und der bösen Jungen hinter ihm, schwitzt der kleine Giuseppe an der Kante eines Zehnmeterturms, vorm videoüberwachten Müllhäuschen liegen die silbernen Partyschuhe und warten auf Einlass, zwei Hunde streiten um die Macht. Eine Verzweifelte hockt am Fuße eines Verkehrsschildes, faltet einen Schwarm aus Kranichen, Origami, was ist über sie hereingebrochen, wer, was, oder welcher Geist hat sie verlassen. In der Bar der Diebe treffen sich mittags die Glücksritterinnen in speckigen T-Shirts, mit dick bemalten Lippen und getuschten Wimpern, freuen sich über eine Kugel Eiscreme und einen Joint, freuen sich über sich und die Sonne. Und siehst Du einen kindlichen Kopf mit Flügeln, Geheimratsecken und mit Handgranaten in den Backentaschen, wende Dich ab, bedecke Gesicht und Nacken, drehe in wenig benutzten Räumen die Glühbirnen aus den Beleuchtungskörpern, trage in wasserdichter Verpackung Familienurkunden bzw. Dein Stammbuch am Körper, Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Bank- und Sparbücher, Versicherungspolicen, Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenversicherung, halte für nervöse Tiere Augenblenden und Leitstangen bereit! Der Grundsatz "zu Hause bleiben" behält seine entscheidende Bedeutung, also finde endlich ein Zuhause!

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